29.09.2017

"Genauso stelle ich mir den Ruhestand vor"

Der sozialpolitische Arbeitskreis der CDU im saarländischen Landtag besuchte das Caritas SeniorenZentrum Haus am See in Neunkirchen/Nahe. Die Politiker bekamen ausführliche und ungeschminkte Informationen aus erster Hand.

Am 26. September besuchten Mitglieder der CDU Landtagsfraktion des Saarlandes das Caritas SeniorenZentrum Haus am See. Hermann Scharf, Alexander Zeyer, Alwin Theobald und Lydia Schaar informierten sich gemeinsam über die Arbeit und zukünftige Konzepte der cts Altenhilfeeinrichtung.
Einrichtungsleiterin Steffi Gebel und Stephan Manstein, Direktor des Geschäftsbereichs Altenhilfe und Hospiz der cts, empfingen das Team und nahmen sich die Zeit, Konzepte und Struktur des Hauses vorzustellen. Das Haus am See verfüge über 71 stationäre Plätze, 8 Kurzzeitpflegeplätze und 58 Wohnungen im Betreuten Wohnen. Die Einrichtung ist bestens vernetzt mit der Gemeinde. Vereine, Kinder und Jugendliche kommen regelmäßig zu Besuch. „Die Einbeziehung des Gemeinwesens gehört mit zu unseren Hauptaufgaben“, erklärte Steffi Gebel. Stephan Manstein nannte das Haus auch „Volkshaus“ – ein Treffpunkt des Dorfes, indem Jung und Alt beieinander sind. In der Tat gibt es zahlreiche Angebote, die jeden mit einbeziehen: Konzerte, Gymnastik, Feste, Ausflüge, gemeinsames Singen und Musizieren. Für bettlägerige Bewohner gibt es gezielte Aktivitäten. „Die Menschen in unserem SeniorenZentrum werden nicht nur versorgt, sondern sie wohnen hier“, bestätigte Steffi Gebel, die mit Leib und Seele Einrichtungsleiterin im Haus am See ist. Geschlossene Türen gibt es im Haus am See nicht. Die Konzepte der cts Altenhilfeeinrichtungen wurden im Laufe der letzten Jahre verfeinert. Innerhalb der cts habe man sich für moderne Hausgemeinschaften entschieden. „ Bis zu 15 Senioren leben in einer Hausgemeinschaft. In der großen Wohnküche findet das zentrale Leben statt und die Zimmer befinden sich um die Küche herum“, stellte Stephan Manstein das Konzept vor.

 

In einer anschließenden, regen Diskussionsrunde wurden aktuelle Themen wie: Wie sieht die Strategie der Zukunft aus? Gibt es neue Wege und Konzepte? Wie gehen wir mit der Lawine um, die auf uns zurollt?, besprochen. „Wir müssen uns Gedanken machen. Das Thema Pflege ist für uns ein Mega Thema für die Zukunft“, so Hermann Scharf. Eine Fülle von Eindrücken und Informationen prasselte auf die Politiker ein. Deutliche Worte fand Steffi Gebel zum Thema Fachkräftemangel. Hier gebe es unbedingten Änderungsbedarf. Das notwendige, fachgerecht ausgebildete Personal ist schwer zu finden. „Der Markt ist leer“, bestätigte auch Hermann Scharf und zeigte sich besorgt. „Wir müssen dieses große Problem lösen. Wir benötigen mehr Hände, mehr Geld in die Pflegeversicherung, mehr Gehalt für die Pflegekräfte. Wir müssen mehr Überzeugungskraft leisten, was für ein schöner Beruf es ist. Natürlich ein sehr anstrengender Beruf, aber man bekommt sehr viel zurück“, erläuterte Scharf.

 

„Auch die Seelen unserer Bewohner müssen mit umsorgt werden“, gab Steffi Gebel als wichtigen Impuls weiter. Ein neues Projekt, welches sich an die Mitarbeiter in der Altenhilfe richtet, heißt: „Mitarbeiter in der Seelsorge“. „Seelsorge ist in den Einrichtungen ein wichtiger Bestandteil. Aufgrund der personellen Situation können sich die Mitarbeiter  diesem Thema aktuell nicht mehr so ausgiebig zuwenden, wie wir uns das wünschen. Es bestehen also einerseits ein hoher Bedarf und andererseits ein Mangel.“ Das neue Projekt setzt an dieser Stelle an: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Altenpflegeeinrichtungen werden in mehrmoduligen Kursen zur Mitarbeit in der Seelsorge qualifiziert. Das Besondere an diesem Konzept sei, dass es auf Mitarbeiter setzt, die schon da sind und bereits die Nähe zu den Bewohnern haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nach Abschluss der Ausbildung neben ihrer bisherigen Tätigkeit mit einem definierten Stellenanteil in den Altenheimen als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge eingesetzt.  „Wir sehen uns als konfessioneller Träger in einer besonderen Verantwortung“, sagt Manstein. „Mit diesem Projekt wollen wir gemeinsam neue Wege beschreiten. Die Kooperationen, wie sie in diesen beiden Projekten exemplarisch gelebt werden zwischen Bistümern, Caritasverbänden und Trägern von Einrichtungen sind heute noch keine Selbstverständlichkeit. Mit beiden Projekten tragen wir dazu bei, dass sich Kirche weiter entwickelt und in unseren SeniorenHäusern Glaube und Seelsorge lebendig werden kann.“

 

Am Ende des Besuchs hatten die Mitglieder der CDU Landtagsfraktion  die Gelegenheit, die Wohnungen des Betreuten Wohnens zu besichtigen und mit einigen Mietern zu sprechen. Auf diese Weise gewannen sie einen wertvollen Einblick. Beeindruckt von der Arbeit und den Angeboten des Caritas SeniorenZentrums Haus am See, verabschiedeten sich die Politiker und dankten für die informativen Gespräche. „Das Caritas SeniorenZentrum Haus am See ist ein gut geführtes Haus, in dem man mit Freude und Würde leben kann. Das spürt man im ganzen Team“, resümierte Hermann Scharf abschließend. „Genauso stelle ich mir den Ruhestand vor“, sagte Lydia Scharr beim Abschied.  

 

Infokasten:  Hermann Scharf (stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag des Saarlandes, Alexander Zeyer (Mitglied des saarländischen Landtages der Jungen Union Saar), Alwin Theobald, (CDU Landtagsabgeordneter Eppelborn); Lydia Schaar (CDU Fraktion Saar – Referentin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie)