04.05.2012

Afrika im Herzen – Missionarinnen bis ans Lebensende

Seit drei Jahren verbringen siebzehn Weiße Schwestern, Missionsschwestern Unserer lieben Frau von Afrika, ihren Lebensabend im Schöffenshof in Neunkirchen/Nahe. Sie blicken auf eine erfüllte Missionszeit zurück. An den Ruhestand denken die Schwestern dabei ganz und gar nicht.

Seit drei Jahren verbringen siebzehn Weiße Schwestern, Missionsschwestern Unserer lieben Frau von Afrika, ihren Lebensabend im Schöffenshof in Neunkirchen/Nahe. Sie blicken auf eine erfüllte Missionszeit zurück. An den Ruhestand denken die Schwestern dabei ganz und gar nicht.

 

Ein halbes Jahrhundert waren die Schwestern in der Mission in Afrika. Ob 54 Jahre in Nordafrika oder 40 Jahre in Ost- bzw. Westafrika – sie tragen Afrika im Herzen. Seit dem 01. April 2009 verbringen die Weißen Schwestern ihren Lebensabend nun im Saarland, genauer gesagt im Schöffenshof in Neunkirchen/Nahe. Sie erfreuen sich des Ruhestandes, mit einen geregelten und doch recht flexiblen Tagesablauf, geprägt von Zeiten der Stille und des Gebetes, Zeit für Aktivitäten, Zeiten der Muße gefüllt mit den unterschiedlichsten Hobbys wie Lesen Briefe schreiben. Ihre ignatianische Spiritualität ist ihnen wichtig - Gott finden in Allem - dazu gehört auch das Ja sagen zum eigenen Alterungsprozess, der auch für die Schwestern eingeübt und gelernt werden will. Sw. Brigitta und Sw. Hedwig, die bisher die Verantwortung trugen, zeigen sich recht zufrieden. „Wir sind zwar alle im Ruhestand, aber es gibt immer viel zu tun!“, verraten die beiden Verantwortlichen. Kaum ist der Satz ausgesprochen klingelt es an Haustür und Telefon zugleich. Sie lachen: „Es ist erstaunlich was alles anfällt. Hier ist allerhand Bewegung innerhalb der Gemeinschaft.“ Von Bewegung zeichnen auch die Walkingstöcke im Eingangsbereich des Hauses.  Der nahe gelegene Bostalsee lädt noch manche für einen verlängerten Spaziergang ein. Schon wieder klingelt es an der Haustür. Dieses Mal ist es der Hausmeister vom Haus am See, um noch anstehende Reparaturen vorzunehmen.  

 

Seit Januar dieses Jahres hilft Dagmar Hannebauer vom Caritas SeniorenZentrum Haus am See den Schwestern. Sie übernimmt 4x pro Woche die anfallenden organisatorischen Dinge, wie Kontakte, Termine mit Ärzten festlegen, sorgt sich um die gesundheitlichen Belange der Schwestern, überwacht den wirtschaftlichen Bereich der Küche und des Hauses und übernimmt die Regelungen mit dem weiteren Hilfspersonal. Eine spürbare Entlastung für die beiden Verantwortlichen Sw. Hedwig und Sw. Brigitta. „Es macht unglaublich viel Spaß.“, erzählt Dagmar Hannebauer. „Mittlerweile kenne ich die einzelnen Lebensgeschichten der Schwestern. Wir wachsen täglich mehr zusammen.“ Als gelernte Krankenschwester bringt Hannebauer die nötigen Vorraussetzungen mit, um den anfallenden Tätigkeiten gerecht zu werden.

 

Der Vormittag ist voll gepackt mit Terminen. Jeden Donnerstagvormittag steht Gymnastik auf dem Plan. Dank der Vermittlung  von Steffi Gebel, Hausleiterin des Caritas SeniorenZentrums Haus am See, kommt Rosi Oberheim regelmäßig in den Schöffenshof um die Schwestern fit zu halten. Einmal in der Woche werden Beine, Arme und Rücken trainiert. Dafür schlüpfen die Schwestern (die es wünschen) in bequeme Kleidungsstücke. Wer nicht im Stehen trainiert, immerhin ist die Älteste Ruheständlerin 91 Jahre, trainiert im Sitzen. Nach der Gymnastik lesen einige Zeitung, andere machen einen Spaziergang durchs Gelände oder besuchen die Senioren im Haus am See. Schwester Anni geht sehr oft ins nahe gelegene SeniorenZentrum. „Die Bewohner suchen oft den Austausch mit uns Schwestern.“ Sie hilft gerne und hat immer ein offenes Ohr. Mittags finden sich dann alle Schwestern wieder zu einem gemeinsamen Gebet ein. Anschließend gibt es Mittagessen, dem gewöhnlich eine Ruhepause folgt. Der Nachmittag bleibt offen für Spaziergänge, Spiele-Stunden und für Besuche im Dorf sowie bei Veranstaltungen im Haus am See. Lohnenswerte Fernsehprogramme werden ebenfalls gern wahrgenommen, für die in der aktiven Lebensphase keine Zeit bestand. Es ergeben sich öfters Gelegenheiten, liebe Bekannte anzutreffen und so Neuigkeiten auszutauschen.

 

Die Gastfreundschaft des Dorfes war für die Schwestern überraschend positiv. „Es war für uns ein typischer Neuanfang.“, lacht Schwester Hedwig. Es fehlte an allen Ecken. Gerne erinnern sie sich noch an den ersten Winter in Neunkirchen/Nahe, als liebe Nachbarn dafür sorgten, dass der Kamin zu Weihnachten auch geheizt werden konnte. So manches Möbelstück aus der näheren Umgebung kam im Laufe des Jahres an und füllte die noch leeren Plätze. „Die Gastfreundschaft hier im Dorf ist wunderbar! Ich freue mich sehr, hier meinen Lebensabend verbringen zu dürfen.“, schwärmt Sw. Rosa. Eine andere sagt: „Es ist schön hier zu sein, die Natur, die Umgebung, die Beziehungen zur Pfarrei, sind stimmig.“

 

Für die Schwestern ist es immer wieder eine Freude, wenn die Bewohner des Dorfes und aus der näheren Umgebung sie besuchen, um die Schwestern an ihren Sorgen und Nöten teilnehmen zu lassen. „Wir sehen es als Aufgabe an, als Gemeinschaft die Anliegen in unseren gemeinsamen Gebetszeiten dem Herrn zu empfehlen.“, sagt Sw. Hedwig. „Das ist unsere missionarische Tätigkeit in besonderer Weise, jetzt in der ruhigen Lebensphase. Wir bleiben Missionarinnen bis zum Lebensende. Im Alter steht nicht mehr das Tun im Vordergrund sondern unser Sein vor Gott wird wesentlicher. Afrika und ihre Menschen bleiben uns nach wie vor verbunden, aber auch die Bewohner aus unserer neuen Heimat im Saarland haben ihren Platz in unserem Haus.“, erzählt sie weiter. Einen Hauch von Afrika verspürt man auch im ganzen Haus. Mitgebrachte afrikanische Schnitzereien, Batikstücke an den Wänden und die große Afrikakarte im Foyer bringen es zum Ausdruck…

 

 

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