15.10.2018

Eine eingespielte Kochgemeinschaft

Wieder einmal tauschte Hausleiterin Steffi Gebel den Schreibtisch gegen einen Herd aus und kochte aus den gesegneten Erntegaben eine hervorragende Gemüsesuppe für die Bewohner im Caritas SeniorenZentrum Haus am See.

„Es ist noch Suppe, es ist noch Suppe da“, singt Hausleiterin Steffi Gebel gut gelaunt und rührt die köstlich duftende Erntedanksuppe im Foyer des Caritas SeniorenZentrums Haus am See. Nach dem Erntedankgottesdienst tragen die Senioren vom üppigen Erntegabentisch, unter anderen Karotten, Sellerie, Kürbis und Lauch, an den Herd, damit die geweihten Gaben zu einer Erntedanksuppe verarbeitet werden können. Wie in einer Großfamilie sitzen alle um die großen Tische und legen tatkräftig Hand an. Während die einen schnippeln, falten die anderen schon die Servietten zusammen. Gemüse wird geschält und klein geschnitten, nebenbei über alte Zeiten geredet, als die Bewohner noch selbst für ihre Familien kochten. Auch Susanne Kerber aus der Küche schaut vorbei. „Das sieht ja richtig gut aus. Ab morgen müsst ihr mir alle in der Küche helfen“, lacht sie und zwinkert den Senioren zu. Bewohnerin Frau M. hat sich unterdessen ein Bündel Dill genommen und schneidet es in kleine filigrane Stücke. Herr L. ist für die Trauben zuständig. Ruhig und konzentriert pflückt er Traube für Traube und gibt sie an seine Nachbarin weiter. Sie halbiert sie und übergibt sie anschließend der sozialen Begleitung für den Nachtisch.

 

Kochen war früher ein wichtiger Teil des Tages. Suppen wurden in großen Töpfen zubereitet, sodass nicht nur einen Tag davon gegessen werden konnte. „Zentraler Bestandteil unserer Betreuung ist, dass wir unsere Bewohner in alltäglichen Lebenssituationen begleiten. Wir kochen und backen gemeinsam, lesen oder erledigen zusammen einfache Hausarbeiten“, erklärt Steffi Gebel. Der wohlriechende Duft dringt mittlerweile durch das ganze Haus und steigt jedem in die Nase. Die Mitarbeiterinnen der sozialen Begleitung unterstützen tatkräftig und kümmern sich liebevoll um die Senioren. Während die Suppe köchelt, holt Mitarbeiterin Ruth Böffel ihre Gitarre und überbrückt die Zeit bis zum Essen mit Erntedankliedern und schönen Herbst-Gedichten.

 

Doch gegen einen knurrenden Magen hilft jetzt nur noch eine köstliche Suppe. Frisch serviert Steffi Gebel die dampfende Erntedanksuppe. Dazu werden frische Waffeln mit Puderzucker und Sahne gereicht. „Schmeckt hervorragend“, ruft die 92-jährige Bewohnerin Frau S. den Köchinnen zu. Dieser Aussage schliessen sich die restlichen Bewohner einstimmig an. „Selbst gemacht schmeckt eben doch am besten", gibt es für die Senioren keinen Zweifel.